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23.02.2019

medien.jobs: Mit Spezialisierung zum Erfolg

21.01.2019
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Jörg Gerschlauer, Leiter des Geschäftsbereichs Medien bei MVB, Foto: MVB

Ab Mitte der 1990er-Jahre, als das Internet die Wohnzimmer und die Büros zu erobern begann, entstand für die traditionellen Printmedien eine ganz neue Form des Mitbewerbs. Es wurde schwieriger, die Leserschaft – und damit auch Anzeigenkunden und ihre Budgets – zu halten. Den Stellenmarkt traf es besonders: Einerseits machten viele klassische Medien damit einen großen Teil ihrer Umsätze; andererseits ist es für die Jobsuchenden bequemer und letztendlich effizienter, tagesaktuell die neuesten Stellen im Internet zu finden und sich idealer Weise direkt zu bewerben. Die Entwicklung nahm mit der Wirtschaftskrise ab 2008 Fahrt auf, als viele Unternehmen – und damit Anzeigenkunden – innert kurzer Zeit tatsächlich ein massiv beschnittenes Budget zur Verfügung hatten. 

Neue Zielgruppen

Nur wenig davor war der Internetauftritt des Börsenblatts (www.boersenblatt.net) entstanden, der traditionsreichen Fachzeitschrift für den deutschen Buchhandel. Dahinter steht der Frankfurter Technologie- und Informationsanbieter MVB, eine Tochtergesellschaft des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Vergangenen Oktober hat MVB seinen bisherigen Online-Stellenmarkt durch die neue Plattform medien.jobs abgelöst, und schöpft damit die Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung voll aus. Die neue Jobbörse widmet sich – nomen est omen – der Vermittlung von Fachkräften aus der Buchbranche wie Redakteure, Lektoren, Mediengestalter oder Hersteller. Dies nicht nur innerhalb der Verlagsbranche, sondern auch in andere Wirtschafts- und Industriebereiche. 

„Mit dem Börsenblatt als Verbandsorgan des deutschen Buchhandels haben wir ein etabliertes Medium, das die Branche via Print und online gut über den spezifischen Stellenmarkt informiert“, sagt Jörg Gerschlauer, Leitung des Geschäftsbereichs Medien bei MVB. „Mit medien.jobs verfolgen wir aber strategisch einen ganz neuen Ansatz.“ 

Höhere Sichtbarkeit im Netz

Die Anforderungen der modernen Wirtschaft und der Digitalisierung führten dazu, „dass viele Verbandsunternehmen nicht mehr zwingend klassische Fachkräfte aus der Branche suchen.“ Waren Experten bisher „oft auf eine berufliche Nische festgelegt, ergeben sich aus der veränderten Medienlandschaft, dem Fachkräftemangel und den Lebensentwürfen der ‚Arbeit 4.0‘-Generation ganz neue Möglichkeiten, aber auch Anforderungen für den modernen Arbeitsmarkt“. 

Eine IT-Fachkraft im Verlagsbetrieb z.B. könne auch aus einem völlig anderen Bereich kommen. Umgekehrt erwerben Dienstnehmer im Buchhandel und im Verlagswesen besondere Skills, die in anderen Bereichen gefragt sind: „Ein Redakteur ist ja nicht nur für das Nachrichtenwesen geeignet, sondern kann auch in Medienagenturen z.B. für Corporate-Publishing-Produkte eingesetzt werden. Diese potentiellen Arbeitgeber erreichten wir aber nicht mit dem Börsenblatt.“ Die angeführte Vielfalt der Möglichkeiten machten die Jobsuche und das Recruiting allerdings auch komplexer, insofern der Stellenmarkt im Netz neu aufgesetzt werden sollte, um die Sichtbarkeit der offenen Stellen deutlich zu erweitern. Das neue Karriereportal ist in diesem Sinn auf eine deutliche Effizienzsteigerung ausgerichtet.

Im Rahmen der Konzeption wurde überlegt, „ob die Plattform in unserem Haus oder über eine Agentur komplett neu entwickelt werden kann“, so Gerschlauer. „Es wurde aber bald klar, dass eine White-Label-Lösung ein günstigeres Kosten-Nutzen-Verhältnis brachte und wir uns damit auch viel praktisches Know-how einkaufen können.“ Am Ende entschied sich MVB für das international tätige IT-Unternehmen Jobiqo mit Sitz in Wien als Anbieter. „Während wir uns noch am Markt umgeschaut haben, kam Jobiqo-Geschäftsführer Martin Lenz aktiv auf uns zu und hat unser Management von den Qualitäten und den vielseitigen Möglichkeiten der Jobboard-Technologie überzeugt.“ 

Leistungsstarkes „Smart Matching“

Natürlich sei ihm klar, dass die Erwartungen – Steigerung der Reichweite und der Vermittlungen – sich nicht von einem auf den anderen Tag erfüllen ließen, sagt Gerschlauer: „Technisch mussten die Buchungsprozesse implementiert, der Daten-Upload gesichert, die Suchfunktion und das Matching perfektioniert werden.“ Was seitens Jobiqo „zu unserer absoluten Zufriedenheit umgesetzt wurde“. In der Vermarktung positioniere MVB medien.jobs nun „als kleines, aber feines Fachportal für medienrelevante Stellen“. Deren Nutzer profitierten von der „Kombination unserer bewährten Börsenblatt-Kanäle mit der neuen, leistungsstarken Smart-Matching-Technologie unseres Partners Jobiqo“.

Passive Jobsuchende identifizieren

Den inserierenden Arbeitgebern stellt medien.jobs neben seinen multimedialen Darstellungsmöglichkeiten somit auch ein integriertes Bewerbermanagement zur Verfügung. Der einfache Buchungsprozess garantiere Zeitersparnis bei der Anzeigenschaltung sowie eine angepasste Preisstruktur, die eine rasche Auswahl des passenden Angebots ermögliche. Bewerberinnen und Bewerber wiederum können sich direkt im Karriereportal mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen präsentieren. Detaillierte Ausschreibungsinformationen und erweiterte Filtermöglichkeiten machten das Finden geeigneter Jobs noch einfacher, legt Gerschlauer dar.

„Mit der steigenden Menge an Daten, die User zur Verfügung stellen, werden die Job-Empfehlungen immer stärker personalisiert und die Matching-Technologien laufend verbessert“, ergänzt Jobiqo-Geschäftsführer Martin Lenz. Durch die Weiterentwicklung der Algorithmen würden künftig auch „passive Jobsuchende“ identifiziert werden – eine Entwicklung, die Gerschlauer ebenfalls als bedeutend einstuft. Der Trend gehe somit in die Richtung neuer Services und Produkte, mit denen Personalabteilungen bzw. Headhuntern auf Basis künstlicher Intelligenz weite Teile ihrer Such- und Selektionsarbeit abgenommen wird: Eine ungemeine Wertsteigerung des digitalen Stellenmarkts für seine Kunden. 

Gewappnet für Google

Neben dem bekannten Mitbewerb wird medien.jobs 2019 wohl auch ein neuer Player auf dem Markt begegnen: Bereits vor zwei Jahren angekündigt und dann zuerst in den USA ausgerollt, wird „Google for Jobs“ bald Deutschland erreichen. Natürlich setze sich MVB damit auseinander und versuche, „für diese Herausforderung gewappnet zu sein – nicht zuletzt mit der von Jobiqo dafür vorbereiteten Plattform“. Weshalb sich Gerschlauers Nervosität in Grenzen halte: „Selbst Google ist gegen Misserfolge nicht gefeit. Wir haben z.B. bei Google Books oder dem sozialen Netzwerk Google+ gesehen, dass nicht alle Vorhaben des Unternehmens erfolgreich sind.“ Er denke, „dass Google for Jobs uns weniger hart treffen wird als manchen Mitbewerber. Dies v. a. wegen der Spezialisierung von medien.jobs und unserer Vernetzung in der Branche“.

Steigende Verweildauer

Seine Verlagskunden unterstützt Jobiqo zur Steigerung der Reichweite auch in deren Kerngeschäft: Professionelle Texterinnen und Texter gestalten auf Wunsch das redaktionelle Umfeld der Jobbörsen. Dieser Content kann zudem gewinnbringend an Inserenten weiter vermarktet werden, die damit z.B. ihr Employer Branding stärken. „Die gesamte Plattform wird so für die User attraktiver und sorgt für deren längere Verweildauer auf den verlagseigenen Karriereportalen“, sagt Lenz. Zusätzlich verbessere diese Art des Content-Marketings auch das Suchmaschinen-Ranking der Jobiqo-Kunden und steigere die Zugriffszahlen: „Ein weiteres starkes Verkaufsargument für die Verlagshäuser gegenüber ihren Anzeigenkunden.“

Gerschlauer bestätigt grundsätzlich, dass „in einer gewissen Form auch Kontext“ geboten werden müsse. Insbesondere etwa „um Leute anzusprechen, die uns noch nicht kennen“. Als Jobbörsen-Betreiber aus der Verlagsbranche wäre dabei zu überlegen, „ob man eine schon vorhandene Redaktion dafür einbindet, oder diese Leistung vielleicht doch extern zukauft“.


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